Stolperfallen beseitigen

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Es muss nicht immer die "Maximallösung" einer normiert barrierefrei umgebauten Wohnung sein. Gerade im Rentenalter hat nicht jeder das Geld dafür und in einer Mietwohnung fehlt oft die Erlaubnis des Vermieters. Doch auch kleine Maßnahmen können eine große Wirkung haben. In diesem Kapitel gehen wir mit Ihnen durch unser Modellhaus und erläutern anhand der wichtigsten Einrichtungsmerkmale typische Gefahrenquellen und wie Sie diese mit kleinen und größeren Mitteln beheben können. Sie finden eine Übersicht der Risikofaktoren in einer Grafik unter "Rundgang"

Die Zahl schwerer Stürze lässt sich nach Angaben der Aktion „Das sichere Haus“ (Beratungsstelle der deutschen Versicherungen) schon mit kleinen Maßnahmen zur Wohnungsanpassung um bis zu 40 Prozent verringern.

Stolperfallen beseitigen

Bei einem Rundgang durch das Haus oder die Wohnung offenbaren sich Stolperfallen, Hindernisse und andere Unfallquellen meist auf einen Blick. Diese gilt es zu beseitigen. Auch das eigene Verhalten sollte hinterfragt werden – war es schon mit 50 Jahren keine gute Idee, auf den wackeligen Schemel zu steigen, wenn die Glühbirne ausgetauscht werden musste, verbietet sich Leichtsinn mit 70 oder 80 erst recht.

  • Kabel: Quer durch den Raum verlegte Kabel bergen die Gefahr, darüber zu stolpern und zu stürzen. Alle Elektro-, Lampen- und Telefonkabel sollten entlang der Fußleisten verlaufen. Die Kabel nur gelegentlich benötigter Geräte wie zum Beispiel eines Heizlüfters werden für die Dauer der Nutzung idealerweise verklebt. Langfristig ist die Installation zusätzlicher Steckdosen eine lohnenswerte Investition, um Kabelgewirr und unnötig lange Kabel zu vermeiden.
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  • Teppiche: Hochstehende Teppichkanten und rutschige Läufer gehören zu den Hauptunfallverursachern. Experten raten deshalb, alle Teppiche und Läufer zu entfernen. Besonders gefährlich sind sie, wenn sie vor dem Bett oder dem Fernsehsessel liegen – wer plötzlich aufstehen muss, ist weniger achtsam und rutscht schneller aus. Möchten Sie auf keinen Fall auf Ihren geliebten Teppich verzichten, sollten Sie ihn wenigstens mit Antirutschmatten oder Klebebelägen sichern. Falls Sie mit Teppich ausgelegte Treppenstufen haben, ist unbedingt darauf zu achten, dass diese fest verlegt sind.
  • Fußangeln: Verordnen Sie Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus eine Schlankheitskur und verbannen Sie Dekorationsartikel wie Vasen und andere Gegenstände zumindest aus Ihrer „Laufbahn“, am besten jedoch ganz aus der Wohnung. Lassen Sie Taschen, Einkäufe, Staubsauger und Regenschirme nicht herumstehen – schon gar nicht auf der Treppe: Hier haben Fußangeln erst recht nichts zu suchen. Räumen Sie die Treppe frei, da das Verletzungsrisiko besonders hoch ist.
  • Augenhöhe: Verstauen Sie vor allem in Küche und Bad häufig genutzte Artikel auf Augenhöhe, um Bücken und Klettern zu vermeiden – Bequemlichkeit schafft Sicherheit!
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  • Leitern und Tritte: Hocker oder Stühle sind nicht geeignet, um darauf zu klettern, wenn eine Glühbirne gewechselt oder die Gardinen zum Waschen abgenommen werden müssen. Solche Arbeiten lassen Sie am besten von Ihren Kindern oder Nachbarn erledigen. Für Hausarbeiten empfiehlt sich eine kleine Trittleiter, die auf vier stabilen, rutschfesten Füßen stehen und mit einer rutschfesten Riffelung ausgelegte Stufen haben sollte. Ein Aufhängehaken für Putzeimer ist ein Muss, damit Sie die Hände frei haben, um sich festzuhalten. Achten Sie beim Kauf von Leitern auf das GS-Prüfzeichen!
  • Schuhe: Auch Hausschuhe sollten sicheren Halt bieten, am besten sind geschlossene Schuhe mit Klettverschluss. Zumindest sollten sie jedoch über einen verstellbaren Fersenriemen verfügen. Socken mit einer rutschhemmenden Sohle können Sie auch im Bett tragen, das sorgt beim nächtlichen Gang zur Toilette für mehr Sicherheit.
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  • Schwellen: Treppen und Schwellen stellen eine Hürde dar, die relativ einfach und preiswert angepasst werden kann. Türschwellen können oftmals einfach entfernt werden. Ist das nicht möglich, weil beispielsweise Ihr Vermieter die Zustimmung verweigert oder sich nicht an den Kosten beteiligt, können Rampen und Schwellenkeile die Höhenunterschiede zwischen zwei Räumen ausgleichen. Auch senkrechte Haltegriffe und Handläufe bieten neu gewonnene Sicherheit an diesen Risikopunkten. Rampen werden damit noch leichter begehbar.
Checkliste für ein sicheres Zuhause

Die Deutsche Seniorenliga e.V. hat eine Checkliste erstellt, um Sie oder ältere Angehörige dabei zu unterstützen, das Zuhause sicherer und komfortabler zu gestalten. Die Checkliste können Sie im Internet herunterladen unter:

www.deutsche-seniorenliga.de/pdf/checkliste_zuhause.pdf

Überprüfen Sie Ihr Sturzrisiko!

Die Deutsche Seniorenliga e.V. bietet einen Onlinetest Sturzrisiko an, mit dem Sie Ihr persönliches Sturzrisiko ermitteln können:

www.deutsche-seniorenliga.de/sturzrisiko

Broschüre zum Thema
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Die Wohnung im Alter sicherer machen - Beseitigung von Stolperfallen, Mobilitätshilfen und barrierefreier Umbau.

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