Aufstehen und Festhalten sicher(stelle)n

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Im Badezimmer und auf der Treppe ist das Unfallrisiko besonders hoch. Deshalb muss man sich gut festhalten können, was übrigens auch für jüngere Menschen und Familien mit Kindern ein wichtiger Aspekt ist. Doch auch weniger offensichtliche Gefahrenquellen gilt es abzusichern, denn, wie bereits gesagt, auch Bequemlichkeit schafft Sicherheit – zum Beispiel durch die Erhöhung von Sitzmöbeln, Bett, Sitz- und Einstiegshilfen in Küche und Bad.

  1. haustuerTreppen – Zugang zum Haus: Auf dem Weg von der Garage oder Gartentüre bis zum Haus lauern bereits die ersten Sturzgefahren. Neben ebenen, rutschfesten Plattenbelägen, gut beleuchteten Zugängen und Einhaltung der Räum- und Streupflicht bei entsprechender Witterung können Sie mit Hilfe eines Handlaufes präventive Maßnahmen ergreifen, um sich und Ihren Besuchern einen sicheren Zugang zu Ihrem Heim zu bieten.
  2. Treppen – am Hauseingang: Bereits wenige Stufen am Hauszugang sollten so gestaltet werden, dass der Halt gewährleistet ist. Mindestens ein Handlauf sollte auch bei wenigen Stufen angebracht werden. Ein beidseitiger Handlauf gewährleistet umso mehr Sicherheit.

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  1. Treppen – im Haus: Vor allem der wandseitige, griffige Handlauf in idealer Höhe an der Treppe gibt die optimale Unterstützung, um die Treppe sicher gehen zu können. Außerdem sollte er durchlaufend und kontrastreich zur Wand sein. Wird der Handlauf zudem über die erste und letzte Stufe hinaus geführt, ist ein sicheres Treppensteigen gewährleistet.
  2. Haltegriffe: Sich festhalten zu können, ist gerade im Badezimmer ein wichtiges Thema. Haltegriffe und Haltestangen bieten zuverlässig Sicherheit, um das (Auf-)Stehen zu erleichtern. Deshalb sollten sie an verschiedenen Stellen angebracht werden – neben dem WC, in Dusche und/ oder Badewanne, neben dem Waschbecken. Die Griffe sollten stabil und fachmännisch montiert sein, schließlich müssen sie im Notfall einen Menschen halten können. Das leisten nicht nur Dübel und Schrauben. Viele Mieter haben Sorge, dass sie Ärger mit ihrem Vermieter bekommen, wenn sie beim Bohren Kacheln oder Wasserrohre beschädigen. Es gibt jedoch auch Systeme zum Kleben, die zuverlässig halten. Achten Sie bei diesen Produkten auf geprüfte Qualität (CE-Zeichen). Die Montage ist denkbar einfach und verursacht weder Lärm noch Schmutz oder Schäden an Wand, Kacheln und Rohren. Umgekehrt lassen sich alle Produkte schnell und rückstandsfrei wieder entfernen und auf Wunsch an anderer Stelle erneut anbringen. Oftmals können Stürze schon im Vorfeld durch das Aufkleben von Antirutsch-Pads verhindert werden.
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  1. Hinsetzen und Aufstehen: Wem das Hinsetzen und Aufstehen Mühe bereitet, bringt sich unnötig in Gefahr. Zum Glück gibt es praktische Helfer, die nicht teuer sein müssen und den Benutzern das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Sitz- und Stehhilfen unterstützen Sie bei zeitintensiven Tätigkeiten im Stehen wie beispielsweise beim Bügeln, Kochen oder im Garten. Achten Sie darauf, dass sich die Sitzhöhe individuell einstellen lässt und eine Feststellvorrichtung vorhanden ist, falls die Stehhilfe mit Rollen ausgestattet ist.

    saljol club2Grundsätzlich sollten alle Sitzgelegenheiten einen sicheren Stand haben und über Armlehnen verfügen. Das genügt jedoch nicht immer. Gerade im Wohnzimmer will man es gemütlich und komfortabel haben. Spezielle Aufstehsessel bieten nicht nur bequemes Sitzen und Liegen, sie lassen sich im Idealfall mit nur zwei Knöpfen so steuern, dass Sie stufenlos von der Fernseh- und Leseposition in die Liegeposition und zurück gelangen.

    In der höchsten Position und leicht nach vorne gekippt, bringt Sie der Sessel sicher auf die Beine und vor allem auch wieder in die Sitzposition zurück. So besteht keine Gefahr, dass Sie beim Hinsetzen und Aufstehen fallen, stolpern oder unnötig viel Kraft aufwenden müssen. Wichtig ist, dass Sie die Fernbedienung immer schnell und sicher zur Hand haben und diese nicht erst vom Boden aufheben müssen.

    schwenktischIn Kombination mit einem fest montierten, schwenkbaren Tisch, auf dem man sich zusätzlich abstützen kann, werden viele risikoreiche Wege gespart.

    Um die Körperpflege zu erleichtern, gibt es Klappsitze und Duschhocker zur Verwendung in Bädern, Wellnessbereichen und unter der Dusche. Klappsitze beanspruchen bei Nichtgebrauch fast keinen Platz. Auch sie gibt es zum Kleben – mit den unter Punkt 4 aufgeführten Vorteilen zur Montage.

    duschhockerEntscheiden Sie sich für einen Duschhocker, gilt es, ein Modell auszuwählen, das ein Maximum an Sicherheit bietet, mit dem Sie sich selbst sitzend in der Dusche drehen können, das aber nicht wegrollt und einen durchgängigen Hygieneausschnitt freigibt, damit Sie nicht aufstehen müssen, um den Intimbereich zu waschen.

    Die Anpassung der Betthöhe kann ebenfalls erforderlich werden. In diesem Fall wäre es sinnvoll, ergänzend einen Lattenrost mit elektrisch verstellbarem Kopf- und Fußteil anzuschaffen und mehr Platz am Bett zu schaffen für Hinlegen, Aufstehen und ggf. zur Pflege.

  2. Rollator: Wenn Ihnen das Gehen zunehmend schwerer fällt, bietet ein Rollator Halt und Sicherheit. Für die Nutzung in den eigenen vier Wänden ist ein Wohnraumrollator zu empfehlen, der wesentlich schmaler gebaut ist als ein Außenrollator und deutlich kleinere Räder hat. So lässt er sich problemlos zu Hause nutzen. Achten Sie beim Kauf eines solchen Wohnraumrollators darauf, dass er ein sehr hohes Maß an Stabilität hat und sich möglichst auf der Stelle drehen lässt. Sie sollten im Rollator gehen und stehen können, so können die Hausarbeiten immer sicher verrichtet werden. Das geht besonders gut mit entsprechendem Zubehör wie einem großen Tablett und/oder einem Korb. Eine Sitzgelegenheit, mit der man auch mal trippeln statt nur gehen kann, bietet zusätzliche Sicherheit in schwachen Momenten. Ideal, wenn Sie sich von allen Seiten festhalten und auf Ihren Wohnraumrollator wie auf einen fahrbaren Handlauf stützen können.
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Der richtige Umgang mit dem Rollator

Bevor Sie sich einen Rollator anschaffen, bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen einige darauf ausgerichtete ergotherapeutische Behandlungen zu verordnen. In der Ergotherapie lernen Sie den Bewegungsablauf kennen, um einen Rollator richtig führen zu können. Diese Form der Hilfe zur Selbsthilfe ist wichtig, um Stürze zu vermeiden.

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