Die meisten Stürze sind vermeidbar

Stabiler Wohnungsrollator mindert Sturzrisiko deutlich

Bonn, 11.07.2018 Stürze gehören zu den häufigsten Unfällen in Deutschland. Ein Drittel der über 65-Jährigen und sogar die Hälfte der über 80-Jährigen stürzt einmal im Jahr – und das mit zum Teil erheblichen körperlichen und seelischen Folgen. Etwa fünf Prozent aller Betroffenen tragen einen Knochenbruch, ein bis zwei Prozent Oberschenkelhalsbrüche davon. Viele Stürze führen zur Bettlägerigkeit und im schlimmsten Fall zur Pflegebedürftigkeit. Eine neue kostenlose Broschüre der Seniorenliga hilft, Sturzunfälle im Wohnumfeld zu vermeiden.

Mit zunehmendem Alter nehmen einige körperliche Fähigkeiten und Sinnesleistungen ab, insbesondere die Muskelkraft, aber auch das Seh- und Hörvermögen. Zudem lassen Reaktion und Koordination nach. Älteren Menschen fällt es schwer, in bestimmten Situationen schnell und angemessen zu reagieren. Die Folge sind oftmals Stürze. Auch Krankheiten wie Schwindel oder die Einnahme von Medikamenten können das Sturzrisiko erhöhen. Ein Sturz ist schnell passiert, doch die Folgen können langwierig sein und sogar dauerhafte Pflege nötig machen. „Viele Stürze im Alter sind vermeidbar, wenn man beispielsweise mit Krankengymnastik oder speziellem Körpertraining seine körperlichen Defizite ausgleicht“, sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Eine der einfachsten und sichersten Methoden zur Vorbeugung eines Sturzes ist ein Rollator.“ Für die Nutzung in den eigenen vier Wänden ist ein stabiler Wohnungsrollator sinnvoll. Dieser ist schmaler als ein Außenrollator, hat deutlich kleinere Räder und damit einen kleinen Wendekreis. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sich der Rollator auf der Stelle drehen lässt, von allen Seiten festen Halt sowie einen fahrbaren Handlauf bietet und sich mit entsprechendem Zubehör wie einem Tablett oder einem Korb ausstatten lässt. So sind die Hände für die Fortbewegung frei. Ideal sind Modelle, auf denen man sich auch mal absetzen und mit den Füssen abstoßen kann. Trippeln nennt das der Fachmann. Sinnvoll ist es, den richtigen Bewegungsablauf in einer vom Arzt verordneten Ergotherapie zu erlernen.

Die Broschüre „Sturzunfälle im Wohnumfeld vermeiden“ beschreibt umfassend, wie man sein Wohnumfeld sicherer machen kann, angefangen mit der Beseitigung von Hindernissen über die Anschaffung von Mobilitätshilfen bis zum barrierefreien Umbau. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Bei einem interaktiven Rundgang durchs Haus auf www.sturzunfaelle-vermeiden.de ist ein kompletter Check möglich.

 

Hintergrund

Tipps – Wie man Stürzen im Alter vorbeugen kann

  • Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung: Vermeiden Sie schlecht verlegte Kabel. Rutschende Teppiche können durch Anti-Rutsch-Matten sicherer gemacht werden.
  • Bei Stufen, Treppen und Hauseingängen sorgen Handläufe auf beiden Seiten für Halt und Sicherheit.
  • Badewannen und Duschen können mit Haltegriffen, Sitzen und rutschfesten Matten oder fast unsichtbaren, selbstklebenden Antirutsch-Pads ausgestattet werden.
  • Sorgen Sie für Licht: Von jeder Tür erreichbare Lichtschalter und Nachttischlampen mit Bewegungsmelder verhindern, dass Sie sich nachts im Dunkeln vortasten müssen.
  • Bei Gangunsicherheit oder bei körperlichen Einschränkungen ist die sicherste Methode zur Vorbeugung eines Sturzes die Nutzung eines stabilen Wohnraum-Rollators.
  • Gehen Sie jährlich zum Augenarzt und lassen Sie Ihre Brillenwerte überprüfen.
  • Verzichten Sie möglichst auf die Benutzung von Hockern und Leitern (zum Aufsteigen).
  • Beginnen Sie mit Übungen, um Ihre Beinmuskulatur und Ihr Gleichgewichtsgefühl zu verbessern. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach entsprechenden Kursen.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung, die Sie ausreichend mit Vitamin D und Kalzium versorgen sollte. Vitamin D unterstützt den Knochenaufbau und das Muskelgewebe.